Atemtherapie

Methoden nach Häufigkeit der Anwendung

Körperpsychotherapie® ch-eabp, Methode Atem- und Körperpsychotherapie IAKPT

Wahrnehmungszentrierte Therapie auf der Grundlage des tiefenpsychologischen Menschenbildes, der Atemtherapie nach Middendorf und nach (körper-)psychotherapeutischen standards. Von der körperlichen Selbstanbindung in der Gegenwart ausgehend wird Gegenwärtiges und Vergangenes bewältigt sowie Zukünf-
tiges entwickelt. Zugelassener und geführter Atem, wahrnehmungszentrierte Bewegung, Berührungsinterven-
tion, Rollenspiel und Gesprächsführung sind die Mittel. Bei starker emotionaler Instabilität steht die Vorberei-
tung auf und die Stabilisierung durch strukturierte Körperarbeit im Hier und Jetzt (in meiner Praxis in Anlehnung an das Skillstraining von M. Linehan) - allenfalls in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten - durch Arbeit mit Hilfsobjekten, Rhythmus und Nähe-Distanz-Einstellungen zum Therapeuten/zur Gruppe sowie kognitiv-unterstützende Interventionen im Vordergrund. Integrierte Bausteine verwandter Methoden:

  • Systemische Aufstellungen
  • Achtsamkeitsschulung, Meditation in Anlehnung an Kabat-Zinn
  • Traumdeutung nach C.G. Jung
  • Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training
  • Angstbewältigungstraining (wahrnehmungszentrierte Expositions-Verfahren, die zu neuen Verhaltensmustern führen, insb. auch als Begleit-Therapie bei Zuweisung durch den Verhaltenstherapeuten)
  • indirekte Verfahren sowie Entspannungsverfahren der Hypnotherapie (ohne formelle Hypnose)
  • EMDR: bei frühen Taumata wirkt EMDR nur wenig integrierend. Ich setze es hautsächlich zur Stabilisation in Verbindung mit koordinativen Übungen ein (Ressourcen), um Angst- und Ohnmachtssymptome zu verringern.
  • Ego State Therapie
  • Elemente aus der Tanztherapie, Sprachgestaltung und Theaterimprovisation
  • traumasensibles Yoga TSY

Atemtherapie nach Middendorf

Im Mittelpunkt der Atemtherapie steht das Erleben der Atembewegung sowie das Körpererleben im Hier und Jetzt. Am Leitseil des Atems und der Körperwahrnehmung werden die Wechselwirkungen zwischen Zulassen des Atems, Körpertonus und Selbstbezug erfahren. Während in der Psychotherapie häufig das Klären von geistig-seelischen Inhalten über das Wort sowie über das (kognitive) anschaulich machen von bestimmten inneren Systemen mit dem Ziel der Veränderung im Mittelpunkt steht, so ist es bei der Atemtherapie das Erlebnis am und innerhalb des eigenen Körpers. Veränderung tritt hier nicht aus einer besonderen Leistung heraus ein, sondern als Folge eines kontinuierlich veränderten Verhaltens durch Achtsamkeit und Beachtung der subjektbezogenen Körperebene als Basis für das Geist-Seelische. Die Sprache - das integrative Gespräch - dient hauptsächlich dazu, das Erlebte in Worte zu fassen und es dadurch zu festigen. Das Hineinspüren in den Körper ermöglicht eine behutsame Annäherung an verborgene Bedürfnisse und Emotionen so wie deren Einbindung in den Alltag. Leistungsbezogene sowie kognitive Aspekte der Persönlichkeit werden dadurch entlastet. Neben der auf körperliche Prozesse günstigen Wirkung der freien Atembewegung (z.B. bei Bluthoch-
druck), fördert der Zugelassene Atem Bewusstswerdungsprozesse. Atemtherapie nach Middendorf findet in drei Settings statt:

  • Gruppenstunden mit unterschiedlichen Schwerpunkten, z.B. Atem und Haltung, Beckenboden, Geburtsvorbereitung
  • manuelle Behandlung auf der Liege mit Schwerpunkt empathische Begleitung (Berührungsintervention)
  • Übungen im Stehen und Sitzen
  • Vokalatemraum (Miteinbezug der Stimme)
  • Integratives Gespräch zur Einbindung der Körpererfahrung an das Sprachzentrum

Craniosacrale Osteopathie

Diese manuelle Behandlungsmethode ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Osteopathie entstanden. Die beiden Pole Schädel und Kreuzbein bilden mit den Gehirn- und den Rückenmarkshäuten eine Einheit, in wel-
cher die Gehirnflüssigkeit rhythmisch pulsiert. An verschiedenen knöchernen Strukturen wird dieser Rhythmus ertastet und mit den Fingern und Händen begleitet und verstärkt. Hinter der rhythmischen Bewegung der Gehirnflüssigkeit steht eine Kraft, welche diese Bewegung in Gang setzt (wie Dr. Sutherland, einer der Begrün-
der annahm). Diese Kraft nannte er Primäre Atmung oder Lebensatmung. Craniosacrale Osteopathie wende ich zur Entlastung von stressbedingten Schmerz- und Regulationsstörungen bei Erwachsenen und Säuglingen an. Neben den sehr sanften Berührungen mobilisiere ich auch Gelenks- und Muskelverbindungen durch Bewegung. Bei Erwachsenen kombiniere ich bei starken Verspannungen die Behandlung bei Bedarf mit einer Bindegewebsmassage auf Ebene der Faszien, wobei ich auch Druck auf Muskelansatzstellen ausübe. Auf Grund der Wechselwirkung bei Regulationsstörungen beziehe ich bei Säuglingen die Eltern (zumindest ein Elternteil) in die Therapie mit ein.

Menschenbild

Das Menschenbild Kohuts (Selbstpsychologie), Objektbeziehungstheoretische Ansätze, insbesondere von Winnicott sowie bindungstheoretische Ansätze von Brisch und Harms haben mich geprägt.